IMMA-Fortbildung in Freiburg am 22.06.2024

Freiburg mit dem Münster, Adobe Stock, Oliver Hlavaty.

Am 22. Juni 2024 wurde die Reihe der Fortbildungsveranstaltungen der IMMA dieses Mal in Freiburg fortgesetzt. Hier in Baden-Württemberg, am Rande des Schwarzwalds, wehte ein besonders erfrischender Wind und machte die Fortbildung zu einer Veranstaltung mit Unterhaltungswert. Die Ärztekammer bescheinigte diesmal aus unerfindlichen Gründen zwar keine Fortbildungspunkte, aber dass die Fortbildung hochwertig war, ist kein Eigenlob, sondern eine von den Teilnehmern mehrfach geäußerte Ansicht.

Ein Doktor der Medizin war so angetan, dass er im Nachgang einen Dankesbrief zur Veranstaltung schrieb, worin er unter anderem festhielt: „Gratulation zu der MitoMed-Fortbildung in Freiburg. Ich habe selten eine so qualifizierte Fortbildung erlebt. Herzlichen Dank!“

 

Der Umwelt-Mediziner Klaus-Dietrich Runow während seines Vortrags. Foto: IMMA

Der Umwelt-Mediziner Klaus-Dietrich Runow während seines Vortrags. Foto: IMMA

Fortbildung kann auch Spaß machen

Man könnte denken, bei einer Fortbildung im Bereich des Gesundheitswesens, bei der es um Wissenschaft und Therapien geht, könnte es ein wenig dröge zugehen, um den umfangreichen Stoff zu vermitteln. Das muss aber nicht so sein, jedenfalls nicht bei den IMMA-Fortbildungen. Insgesamt war über die ganze Veranstaltung hinweg eine heitere Stimmung greifbar.

Der Neurologe Dr. med. habil. Maxwell S. Damian eröffnete die Vortragsreihe der IMMA-Fortbildung in Freiburg. In bewährter Manier hatte er wieder die medizinische Leitung übernommen. Sein Thema war die primäre Mitochondriopathie, also jene mitochondrialen Erkrankungen, die durch genetische Defekte der Mitochondrien selbst entstehen. Diese sind fast immer erblich bedingt, und die Diagnose erweist sich oft als langwierig, denn häufig werden die auftretenden Krankheitssymptome zunächst anders interpretiert und andere Krankheitsursachen vermutet. Hier gab Dr. Damien auch einige Hinweise, wie die Ärzte diese primären Mitochondriopathien dennoch erkennen können. Schließlich sind die primären mitochondrialen Erkrankungen gar nicht so selten, allerdings müssen sie auch nicht immer sehr ausgeprägt in Erscheinung treten.

Im Anschluss gab Dr. Franz Enzmann detaillierte Einblicke in das Potenzial der mitochondrialen Medizin. Er stieg mit dem Thema Herzstillstand und den Möglichkeiten der Akutbehandlung ein. Statt die einzelnen Organe zu betrachten, betrachtet die Mito-Medizin immer die Mitochondrien, betonte er, denn wenn die Mitochondrien die notwendige Energie nicht bereitstellen, können die einzelnen Organe auch nicht ihre volle Leistung bringen, egal ob es Nerven, Leber, Herz oder die Sekretion notwendiger Hormone ist. Da die Mitochondrien mit bis zu 3,2 Millionen pro Milliliter frei im Blut vorkommen, bestimmen sie über den Hypothalamus alle metabolischen Vorgänge. Dr. Enzmann zeigte im Verlauf seines Vortrags mit einer schachbrettartigen Übersicht, in welchen Fachbereichen bereits studienbelegte Behandlungsmöglichkeiten vorliegen, in der Mitoceuticals® einsetzt werden. Mitoceuticals® sind eben weit mehr als „Nahrungsergänzungsmittel“, betonte Dr. Enzmann. Es sind Wirkstoffe, die seit Millionen von Jahren am lebenden Organismus getestet sind und deren richtiger Einsatz selbst in der Intensivmedizin nicht nur sinnvoll sein kann, sondern Leben retten und Folgeschäden minimieren kann.

Das Schachbrett der mitochondrialen Medizin ist didaktisch genial. Der Einsatz der mitochondrialen Medizin in der Behandlung von Traumen und immunologischen Erkrankungen ist beeindruckend und wird sich noch ausweiten,“ resümierte der Teilnehmer in seinem Dankesbrief.

Als nächster Referent der Tagung berichtete der Umwelt-Mediziner Klaus-Dietrich Runow über das komplexe Thema „Autoimmunkrankheiten und Mikrobiom- und Mitochondrientherapie“. Runow ist einer der wichtigsten Pioniere für die Umweltmedizin in Deutschland, er ist Gründer und Leiter des „Instituts für Functional Medicine und Umweltmedizin (IFU)“ in Wolfhagen sowie Autor mehrerer Bücher. Er ging ausführlich auf die besondere Funktion des Mikrobioms im Darm ein, und hierbei insbesondere auf die Mechanismen, auf denen Allergene beispielsweise über die Nahrung durch den Darm in den Körper gelangen und dort zu Autoimmunreaktionen führen können. Viele dieser Mechanismen sind inzwischen gut erforscht, aber um die tatsächlichen Ursachen der Multisystem-Erkrankungen zu erkennen, ist eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten wichtig.

Nach der Mittagspause setzte Dr. Gernot Gläßer die Fachvorträge mit seinem Feuerwerk über die Anwendung der Mitochondrialen Medizin im Praxisalltag fort. Durch verschiedene Fallbeispiele konnte er einen Weg von der Diagnostik hin zur individuellen Therapie von Patienten aufzeigen. In seiner gewohnt unterhaltsamen Art gab er wertvolle Tipps zur Diagnostik und Dosierung von Mikronährstoffen, die Mitochondrien schützen oder für ihre Arbeit benötigen.

Dr. Heiko Hofman, Biologe und Verkaufsleiter der Biovis Diagnostik MVZ GmbH in Limburg, gab im Anschluss daran einen vertieften Einblick in die mitochondriale Diagnostik und die großen Fortschritte auf dem Gebiet, die grade in jüngster Zeit erreicht wurden. Für eine wirksame Therapie chronisch-entzündlicher degenerativer Erkrankungen ist die fortschrittliche Diagnostik, die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den biochemischen Abläufen in den Mitochondrien aufbaut, unerlässlich. Denn der therapeutische Ansatz in der Mitochondrialen Medizin besteht immer darin, die Auslöser der Krankheit selbst zu identifizieren und entsprechend gegenzusteuern und nicht darin, die Symptome zu unterdrücken.

Prof. Dr. Jörg Bergemann, Molekularbiologe der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, nahm sich einem Thema an, mit dem wir alle konfrontiert sind: das Altern. In seinem Vortrag ging es um die Mechanismen des biologischen Alterns und deren Beeinflussung. Ausführlich zeigte er Funktion und Stimulation zelleigener Schutz- und Reparatursysteme. Quintessenz waren Ansätze, wie man versuchen kann, die Schäden durch natürliche Alterungsprozesse zu minimieren und die Reparaturmechanismen am Laufen zu halten. Denn jeder Einzelne kann doch einiges tun, um die Chance auf ein gesünderes hohes Alter zu erhöhen.

Obwohl die Referenten mit den Teilnehmern auch in den Pausen und nach der Veranstaltung engagiert im Gespräch waren, wurde der Wunsch auf mehr Zeit für Diskussion geäußert. Insgesamt erhielten alle Referenten für die Vorträge sehr viel Lob und wurden durchweg gut bis sehr gut bewertet. Wiederholt äußerten Teilnehmer, dass alles perfekt war, von der Organisation über die Themen bis hin zur Auswahl der Referenten. Ein schönes Resümee für alle Beteiligten und eine große Motivation für die nächste Veranstaltung.

Im Herbst wird die Reihe der IMMA-Fortbildungen fortgesetzt.

Haben Sie Interesse, an einer der nächsten Veranstaltungen teilzunehmen? Melden Sie sich gerne an: info@imma-org.de

Telefon: 06172-8560562 oder Telefax: 06172-676357

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