IMMA-Fortbildung in Stuttgart: Erneut viel Zuspruch

rabkapelle auf dem Württemberg (Rotenberg) bei Stuttgart; Foto: Mark.hirtenmacher, Wikimedia

Die Fortbildung der International Mitochondrial Medicine Association (IMMA) am 27. Juni 2026 in Stuttgart war ein weiterer Meilenstein der Veranstaltungsreihe. Nach 2013 und 2018 war es die dritte IMMA-Fortbildungsveranstaltung im Steigenberger Hotel Graf Zeppelin in Stuttgart. Trotz besten Wetters mit Sonnenschein und Rekord-Temperaturen kamen über 120 Hausärzte, Fachärzte, Heilpraktiker, Apotheker sowie weitere Vertreter der Heilberufe in das Zentrum der Stadt, um die Vorträge der Referenten zur Mitochondrialen Medizin sowie die spannenden Fragen und Antworten zu hören. Unter den Teilnehmern waren auch dieses Mal wieder einige Therapeuten, die erstmals mit der Mitochondrialen Medizin in Berührung kamen.

Eröffnet wurde die Vortragsreihe vom medizinischen Leiter der Fortbildung, dem Neurologen Dr. med. habil. Maxwell S. Damian, der die primären Mitochondriopathien vorstellte. Dr. Damian war Berater des britischen NHS und ist weiterhin Consultant für Neurologische Intensivmedizin und klinische Neurophysiologie, Essex Cardiothoracic Centre in England, sowie Autor mehrerer Studien. Seit vielen Jahren befasst er sich mit mitochondrialen Erkrankungen und hat zahlreiche Vorträge zu dem Thema gehalten. Er beschrieb, wie diese erblich bedingten Krankheitsbilder systematisch diagnostiziert und behandelt werden können, und je mehr wir über die vielfältigen Funktionen der Mitochondrien wissen, desto besser verstehen wir auch diese primären Erkrankungen.

Dr. Maxwell Damian referiert; Foto: IMMA

Im Anschluss startete der Gründer der IMMA, Dr. Franz H. Enzmann, seinen Vortrag mit der Einführung in die Mitochondriale Medizin. Seine Kernaussage dabei lautet: Wir finden immer mehr Hinweise, dass die Mitochondrien selbst die Leitung des endokrinen Systems des Körpers innehaben. Der Hypothalamus empfängt Informationen von den Mitochondrien und reagiert über seine zahlreichen Mechanismen der Hormonsteuerung. Für diese mitochondriale Steuerung hat Dr. Enzmann den Begriff der Mitophyse® etabliert. Zum Abschluss fasste er die zentralen Erkenntnisse zusammen und gab einen Ausblick auf Forschungen und auf die wachsende Bedeutung der Mitochondrialen Medizin.

Der Gründer der IMMA, Dr. Franz Enzmann; Foto: IMMA

Klaus-Dietrich Runow, Gründer und Leiter des Instituts für Functional Medicine und Umweltmedizin (IFU) in Wolfhagen, referierte über Autoimmunerkrankungen, Mikrobiom und Mitochondrientherapie. Im Zentrum seines Vortrags stand die therapeutische Praxis. Er ging ausführlich auf die Bedeutung des Darmmikrobioms für das menschliche Immunsystem ein: Gerade Schädigungen der Darmschleimhaut, über die Allergene aus der Nahrung in den Körper gelangen, sind bei vielen Krankheitsbildern von zentraler Bedeutung. Zahlreiche Autoimmunreaktionen haben ihren eigentlichen Ursprung im Darm. Ein gesundes Mikrobiom, in dem die nützlichen Darmbakterien den Ton angeben, ist daher entscheidend, um Heilung überhaupt erst zu ermöglichen.

Der volle Saal beim Vortrag von Klaus-Dietrich Runow; Foto: IMMA

Prof. Dr. Jörg Bergemann, Molekularbiologe der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, hielt seinen kurzweiligen Vortrag zum Thema Mechanismen des biologischen Alterns und deren Beeinflussung unter dem Motto „Unsere Mitochondrien: Mobile Reparaturwunder mit geheimnisvollen Genen“. Ausgehend von dem angesagten Leitbegriff Longevity und den verschiedenen Konzepten, das Leben nicht nur zu verlängern, sondern die Lebensqualität im Alter zu verbessern, betrachtete er den Prozess des Alterns genauer. Prof. Bergemann beleuchtete die Besonderheiten des mitochondrialen Genoms – es sind bekanntlich die einzigen Organellen mit einer eigenen DNA – und die erst in jüngerer Vergangenheit entdeckten versteckten Gene, die Mitochondria-derived peptides (MDP).

Dr. Heiko Hofmann bei seinem Vortrag; Foto: IMMA

In seinem Vortrag über den BHI und mitochondriale Diagnostik zeigte Dr. Heiko Hofmann, Biologe und Verkaufsleiter der Biovis Diagnostik MVZ GmbH in Limburg, zunächst den Aufbau der Mitochondrienmembran und wie heute moderne Diagnostik gezielt von Therapeuten genutzt wird, um konkrete Therapieoptionen abzuleiten. Ob Mangelzustände oder Schäden in den Mitochondrien – eine Laboranalyse liefert handfeste Grundlagen, auf denen eine Therapie basieren kann. Der Bioenergetische Gesundheitsindex (BHI), mit dem die mitochondriale Funktion und der oxidative Stress gemessen werden können, ist wie ein Wegweiser zu weiteren therapeutischen Maßnahmen.

Prof. Dr. Agnes Szczepek aus der Berliner Charité hielt ihren Vortrag zum Thema „Coenzym Q10 bei Hörstörungen – Eine Bestandsaufnahme der klinischen Evidenz“. Hierzu hatte sie einen Kurzfilm mitgebracht, der die Beeinträchtigung des Hörvermögens zeigte, wie sie für Millionen Menschen in Deutschland Realität ist. Hörverlust ist hierbei der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für Demenz, betonte sie. Prof. Szczepek betrachtete das Zusammenspiel aus Sinneszellen, Nervenzellen und ihrer Energieversorgung durch gesunde Mitochondrien vor dem Hintergrund des Einsatzes von Coenzym Q10. In fünf Feldern – genetische Mitochondriopathien, ototoxische Medikamente, Lärmtrauma, Hörsturz und Pestizide – gibt es klinische Studien, die eine Besserung oder eine Schutzwirkung bei Gabe von Coenzym Q10 belegen.

Ben Khan moderierte und führte souverän durch die komplette Veranstaltung. Im direkten Anschluss und in den darauffolgenden Tagen erhielt das IMMA-Team viel Zuspruch und auch Dankesbriefe. Besonders erfreulich war der Brief eines Arztes, der sich explizit beim Organisationsteam für die ausgezeichnete Fortbildung mit sehr guten Referenten und viel neuem Wissen bedankte. „Da ich selbst über viele Jahre Fortbildungsveranstaltungen organisiert habe, kann ich nachvollziehen, wieviel ausgezeichnete Arbeit Sie bei über 100 Teilnehmern geleistet haben“, hob er hervor.

Fazit: Eine erfolgreiche Veranstaltung mit viel Zuspruch der IMMA-Fortbildungsreihe.

Nach der Sommerpause geht es am 19. September 2026 in Leipzig im Steigenberger Icon Grandhotel Handelshof weiter.

Haben Sie Interesse, an einer der nächsten Veranstaltungen teilzunehmen?

Melden Sie sich gerne an: info@imma-org.de – Tel. 06172-8560562 – Fax: 06172-676357

Angaben zu den Bildern:

  • Luftaufnahme der Grabkapelle auf dem Rotenberg, Stuttgart; Fotograf: Mark.hirtenmacher, Wikimedia
  • Dr. Damian; Foto: IMMA
  • Dr. Enzmann; Foto: IMMA
  • Der Saal während des Vortrags von Klaus-Dietrich Runow; Foto: IMMA
  • Dr. Heiko Hofmann bei seinem Vortrag; Foto: IMMA

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