Dritte IMMA-Fortbildung in Leipzig mit Rekordteilnahme
Nach 2011 und 2016 kehrte die IMMA-Fortbildungsreihe für Ärzte und Therapeuten am 19. September 2026 nach Leipzig zurück. Mit 160 Teilnehmern, davon 70 Erstbesuchern, zählte sie zur größten Veranstaltung in den letzten Jahren. Die Nachfrage war so hoch, dass eine Warteliste eingerichtet werden musste.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Ben Khan. Er begrüßte alle Teilnehmer und übernahm die Moderation des gesamten Tages. Mit kurzen Einführungen stellte er die Referenten vor und leitete die regen Diskussionsrunden.
Den ersten Vortrag hielt Dr. Mercedes López zum Thema Stärkung unserer Mitochondrien für gesundes Altern. Als Leiterin der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung sowie der Abteilung Forschung, Entwicklung und Produktion verantwortet sie die Formulierung neuer Produkte im Bereich Mikronährstoffe und Mitoceuticals®. Damit konnte sie Expertenwissen aus erster Hand präsentieren, wofür sie viel Aufmerksamkeit erntete. Altern ist nämlich kein einzelner Prozess, sondern das Zusammenspiel vieler biochemischer Veränderungen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die mitochondriale Dysfunktion. Sie beleuchtete, wie eine gezielte Supplementierung die mitochondriale Energieproduktion unterstützen kann, um so die Funktion der Mitochondrien zu verbessern und die Jahre in guter Gesundheit aktiv zu verlängern.

Die medizinische Leitung lag wie gewohnt beim Neurologen Dr. med. habil. Maxwell S. Damian, Consultant für Neurologische Intensivmedizin am Essex Cardiothoracic Centre, England. Sein Thema: Mitochondriale Erkrankungen in der Akut- und Intensivmedizin – Diagnose und Behandlung. Dr. Damian forscht seit vielen Jahren zu mitochondrialen Erkrankungen und sprach über primäre Mitochondriopathien, die vielfältige Zellfunktionen betreffen können. Da Mitochondrien eigene Erbanlagen besitzen, sind sie anfällig für vererbbare Schäden. Routiniert führte er durch das komplexe Thema, das für Einsteiger zunächst weniger praxisnah erscheint, aber für das Verständnis der Mitochondriale Medizin eine zentrale Bedeutung einnimmt.
Anschließend ging der Buchautor und Pionier der Umweltmedizin in Deutschland, Klaus-Dietrich Runow, ausführlich auf den engen Zusammenhang zwischen Mikrobiom, Immunsystem und die mitochondrialen Funktionen ein. Sein Thema: Mitochondriale Medizin bei Autoimmunkrankheiten. Als Leiter des Instituts für Functional Medicine und Umweltmedizin (IFU) in Wolfhagen berichtete er anschaulich aus der Praxis, wie eine Störung in einem dieser Systeme in anderen Bereichen schwere Erkrankungen auslösen kann. Besonders interessant für die anwesenden Mediziner waren hierbei die kausalen Zusammenhänge, denn wichtig für den therapeutischen Erfolg ist das entsprechende Hintergrundwissen und eine fortschrittliche Labordiagnostik.
Genau hier setzte Dr. Heiko Hofmann an, Mikrobiologe und Leiter des Wissenschaftlichen Außendienstes der Biovis Diagnostik MVZ GmbH in Limburg. Sein Thema war Moderne mitochondriale Diagnostik. Ausgehend von der Atmungskette in der Mitochondrienmembran, in der die Zelle aus Nahrung und Sauerstoff ihre Energiewährung ATP gewinnt, zeigte er, wie Schäden etwa an alternden Mitochondrien zu bestimmten Krankheitsbildern führen. Moderne Diagnostik könne heute deutlich mehr, als nur Symptomkomplexe zu bestätigen. Die Labormedizin habe sich in den letzten Jahrzehnten enorm weiterentwickelt und spiele heute eine zentrale Rolle in der Medizin. Ihr Ziel sind immer präzisere Methoden und zunehmend personalisierte Ergebnisse. Ein Beispiel dafür sei der Bioenergetischen Gesundheitsindex (BHI), mit dem die mitochondriale Funktion und der oxidative Stress gemessen werden kann. Der BHI ist wie ein Wegweiser zu weiteren therapeutischen Maßnahmen.

Dr. Gernot Gläßer widmete sich dem Thema Praxisleitfaden für die Diagnostik und Therapie chronisch-entzündlicher, degenerativer Multisystemerkrankungen. Er ist Naturwissenschaftler mit labormedizinischem Hintergrund und arbeitet als Heilpraktiker direkt mit Patienten. Dr. Gläßer ging detailliert auf die zelluläre Biochemie ein und erklärte, wie Ärzte und Therapeuten die Mitochondriale Medizin gezielt für Patienten einsetzen können, die aufgrund ihrer multisystemischen Erkrankung oft von Facharzt zu Facharzt geschickt werden. Dort werden meist nur die einzelnen Symptome behandelt und selten die eigentlichen Ursachen.
Den krönenden Abschluss gestaltete Prof. Dr. Jörg Bergemann, der an der Hochschule Albstadt Sigmaringen forscht und lehrt. Sein Vortrag zum Thema Gesund altern: Was in uns passiert, wie wir messen und beeinflussen handelte von „Zombie-Zellen“ und den „Zündschnüren des Todes“, also die Mechanismen des biologischen Alterns. Er schilderte nicht nur die Alterungsprozesse selbst, sondern auch die zelleigenen Schutz- und Reparatursysteme, die mitbestimmen, wie schnell wir altern. Mit viel Humor betonte er, dass auch die Freude am Leben nicht zu unterschätzen sei.

Am Ende gab es viel Lob für alle Referenten und für das gesamte Organisationsteam sowie für das Hotel.
Mit Hamburg folgt am 10.10.2026 die letzte IMMA-Veranstaltung in diesem Jahr. Die nächsten Termine für 2027 stehen aber bereits fest:
- 20.02.2027 in Oberursel – Dorint Hotel Oberursel
- 17.04.2027 in Heidelberg – Heidelberg Marriott Hotel
- 12.06.2027 in Neuss – Dorint Kongresshotel Neuss
- 18.09.2027 in Dresden – Bilderberg Bellevue Hotel
- 23.10.2027 in Freiburg – Dorint Thermenhotel Freiburg
Haben Sie Interesse, an einer der nächsten Veranstaltungen teilzunehmen?
Melden Sie sich gerne an: info@imma-org.de – Tel. 06172-8560562 – Fax: 06172-676357
Angaben zu den Bildern:
- Rathaus in Leipzig; Foto: Canva
- Dr. Mercedes López; Foto: IMMA
- Dr. Heiko Hofmann; Foto: IMMA
- Prof. Dr. Jörg Bergemann; Foto: IMMA