IMMA schlägt Wissensbrücken in Hamburg

Die Elbphilharmonie in Hamburg mit geschwungener Glasfassade auf rotem Backsteinsockel, davor die Elbe und weiße Hafenkräne unter Wolkenhimmel

Nach 2007, 2011, 2016 und 2021 war die IMMA am 10. Oktober 2026 zum fünften Mal in der Hansestadt zu Gast. Rund 90 Haus- und Fachärzte, Heilpraktiker und weitere Fachleute aus dem Gesundheitsbereich verfolgten aufmerksam die Vorträge zu verschiedenen Aspekten der Mitochondrialen Medizin.

Ben Khan, Enkel des Gründers Dr. Franz Enzmann, moderierte den Tag und führte durch die Diskussionen. Die medizinische Leitung lag wie gewohnt beim Neurologen Dr. med. habil. Maxwell S. Damian, Consultant für Neurologische Intensivmedizin am Essex Cardiothoracic Centre, England.

Den Auftakt machte jedoch Dr. Mercedes López, Leiterin der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung sowie der Abteilung Forschung, Entwicklung und Produktion. Nach einer Einführung in die Funktionen der Mitochondrien sprach sie über die Stärkung unserer Mitochondrien für gesundes Altern. Da die mitochondriale Dysfunktion beim Altern eine zentrale Rolle spielt, zeigte sie, wie eine gezielte Supplementierung die Energieproduktion der Mitochondrien unterstützen und so zur Gesundheit im Alter beitragen kann.

Dr. Damian sprach anschließend über Mitochondriale Erkrankungen in der Akut- und Intensivmedizin: Diagnose und Behandlung. Gerade die Erforschung primärer Mitochondriopathien hat das Verständnis der Zellbiologie stark vorangebracht, wie er anschaulich darlegte. Da Mitochondrien eigene Erbanlagen besitzen, sind sie anfällig für vererbbare Schäden. Dr. Damian forscht seit vielen Jahren zu mitochondrialen Erkrankungen und behandelt zugleich Patienten in seiner Praxis.

Referent hält beim Seminar Mitochondriale Medizin in Hamburg einen Vortrag über Autoimmunerkrankungen vor sitzenden Teilnehmern im Tagungsraum

Nach einer kurzen Pause sprach Klaus-Dietrich Runow, Pionier der Umweltmedizin in Deutschland, Sachbuchautor und Leiter des Instituts für Functional Medicine und Umweltmedizin (IFU) in Wolfhagen, über Mitochondriale Medizin bei Autoimmunkrankheiten. Anhand anschaulicher Praxisbeispiele zeigte er, wie Mikrobiom, Immunsystem und Mitochondrien zusammenwirken und wie eine Störung in einem System schwere Erkrankungen in einem anderen auslösen kann. Für den Therapieerfolg entscheidend sind fundiertes Hintergrundwissen und moderne Labordiagnostik.

Referent im Gilet steht vor dem MitoMedicine-Banner und hält einen Vortrag über Mitochondrien, davor Wasserflaschen und Namensschilder

Genau daran knüpfte nach der Mittagspause Krishen Ray, M. Sc. an, Diplom-Molekularbiologe und Deputy Head of Sales der Biovis Diagnostik MVZ GmbH in Limburg. Sein Thema war die moderne mitochondriale Diagnostik. Wie er erklärte, werden etwa 90 bis 95 % des eingeatmeten Sauerstoffs in den Mitochondrien vor allem für die Bildung von ATP verbraucht. Hier setzt der Bioenergetic Health Index (BHI) an, der misst, wie effizient die Mitochondrien den Sauerstoff verwerten.

Dr. Gernot Gläßer stellte einen Praxisleitfaden für die Diagnose und Therapie chronisch-entzündlicher, degenerativer Multisystemerkrankungen vor. Der in der Labormedizin ausgebildete Naturwissenschaftler arbeitet als Heilpraktiker direkt mit Patienten. Er zeigte, wie sich die Mitochondriale Medizin gezielt bei Patienten einsetzen lässt, die oft von Facharzt zu Facharzt überwiesen werden. Dort werden meist nur einzelne Symptome behandelt, die Ursachen aber selten angegangen.

Prof. Dr. Agnes Szczepek, Wissenschaftlerin an der Berliner Charité, sprach über „Ein mitomedizinischer Ansatz zur Behandlung bestimmter Formen von Schwerhörigkeit“. Sie zeigte, welche Medikamente und häufig verwendeten Pestizide ototoxisch wirken und welche Gesundheitsrisiken mit Hörbeeinträchtigungen einhergehen. So gilt Hörverlust als einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Demenz. Schäden an Sinnes- und Nervenzellen, deren Energieversorgung von gesunden Mitochondrien abhängt, können zudem Tinnitus auslösen. Anhand ihrer eigenen Studie berichtete sie, wie CoQ10 bei erblich bedingtem Hörverlust durch mitochondriale Gendefekte helfen kann. Auch bei Lärmtrauma oder ototoxischen Medikamenten kann Q10 laut Prof. Szczepek schützen oder die Erholung beschleunigen.

Referent hält bei der MitoMedicine-Konferenz einen Vortrag vor Teilnehmenden an Tischen mit Wasserflaschen, im Hintergrund eine Projektion

Prof. Dr. Jörg Bergemann, Molekularbiologe der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, sprach über Mechanismen des biologischen Alterns und deren Beeinflussung: Stimulation zelleigener Schutz- und Reparatursysteme. Im Mittelpunkt stand die mitochondriale DNA. Dass Mitochondrien ein eigenes Erbgut besitzen, unterscheidet sie von allen anderen Zellorganellen. Es enthält unter anderem die Information für sogenannte MDPs (mitochondrial abgeleitete Peptide), die wichtige Stoffwechselwege im gesamten Organismus beeinflussen. Prof. Bergemann vermittelte die komplexen Zusammenhänge verständlich und mit einer Prise Humor.

Die Teilnehmer waren begeistert. Ein Arzt fasste zusammen: „Tolle Referenten, sehr nette Begleitung und Moderation, auch das Hotel ist sehr gut ausgewählt.“ Eine Mitarbeiterin aus der Pflege zog eine persönliche Bilanz: „Ich denke, dass das eine wertvolle Erfahrung für meine berufliche Entwicklung war.“

Mit Hamburg endete die diesjährige Veranstaltungsreihe. Bereits im Februar 2027 geht es weiter. Die Termine:

• 20.02.2027 in Oberursel, Dorint Hotel Oberursel

• 17.04.2027 in Heidelberg, Heidelberg Marriott Hotel

• 12.06.2027 in Neuss, Dorint Kongresshotel Neuss

• 18.09.2027 in Dresden, Bilderberg Bellevue Hotel

• 23.10.2027 in Freiburg, Dorint Thermenhotel Freiburg

Melden Sie sich gerne an: info@imma-org.de

Oder per Telefon: +49 6172 8560562 oder Fax: +49 6172 676357

Angaben zu den Bildern:

  • Die Hamburger Elbphilharmonie; Foto: Wolfgang Weiser, Pixabay
  • Klaus-Dietrich Runow; Foto: IMMA
  • Krishen Ray; Foto: IMMA
  • Prof. Dr. Jörg Bergemann; Foto: IMMA

 

 

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